[Valjean]
Er glaubt, der Mann sei ich,
schon auf den ersten Blick!

Der Fremde, den er fand -
er sichert mir das Glück!
Laß Irrtun Irrtum sein,
ich rett' ihm nicht die Haut.
Ich hab' so lang gekämpft
und so viel aufgebaut.

Gnad mir Gott, wenn ich mich zeig.
Doch er verdammt micht, wenn ich schweig.

Ich bin der Herr über viele Familien,
sie schau'n zu mir auf.
Wie soll es weitergehn,
wenn ich mich stellte
und gäb' alles auf?

Gnad mir Gott, wenn ich mich zeig.
Doch er verdammt mich, wenn ich schweig.

Wer bin ich?
Soll dieser Mann für mich in Ketten geh'n?
Ich würde noch im Schlaf sein Elend seh'n.
Ganz schuldlos trägt er mein Gesicht,
das Urteil aber meint doch mich.
Wer bin ich?
Ich fliehe vor der Wahrheit Jahr für Jahr,
als sei ich nicht der Mann, der ich doch war.
Und wenn ich sterb': Wird auf dem Stein
mein Name eine Fälschung sein?
Wenn ich lüg' -
wie könnt' ich jemals wieder aufrecht geh'n
und jemals wieder in den Spiegel seh'n?
Mein Leben hab ich Gott geweiht,
der Handel gilt für alle Zeit.
Er gab mir Kraft, ich war verlor'n,
durch ihn erst wurde ich gebor'n.
Wer bin ich? Wer bin ich?
Ich bin Jean Valjean!

Und nun, Javert, tu deine Pflicht.
Der Sträfling, den du suchst, bin ich.
Wer bin ich?
Zwei-vier-sechs-null-eins.

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